Die Arbeit in China
Jetzt bin ich wieder zurück in China und habe erstaunlicherweise auch etwas zu arbeiten. Da ich hier sonst nicht so viel erlebe, etwas allgemeines zur Arbeit in China.
Die Arbeitsmoral in China ist unglaublich… Der Taylorismus lebe hier hoch! Die Arbeiter werden in verschiedenste Klassen eingeteilt. Die tiefsten Klassen verdienen praktisch nichts! 800 RMB pro Monat, das sind ca. CHF 130.-. Das Management muss im Vergleich dazu etwa ähnlich hohe Löhne erhalten wie dies in der Schweiz üblich ist. Da ist es auch nicht verwunderlich, wenn Korruption unter den Mitarbeitern ein grosses Thema ist. Daher ist auf dem Gelände auch immer ein Wachdienst präsent.
Die Mitarbeiter Fluktuation ist anscheinend sehr hoch! Wöchentlich sieht man hier mehrere neue Mitarbeiter, denn ich sitze direkt vor der Personalabteilung und sehe, wann neue Mitarbeiter angestellt werden.
Die zu erledigenden Arbeiten werden an die verschiedenen Firmen innerhalb der Kam Yuen Gruppe verteilt. Nur komischerweise werden diese wirklich selten mit nachhaltig verfolgt. Oft versinken irgendwelche Aufträge im Nichts und werden dann halt einfach einige Monate später erledigt. Das geht anscheinend darauf zurück, dass sie hier keine, oder fast keine Verantwortlichkeiten verteilt haben. Projekte werden zwar gestartet und durchgeführt, aber weder kontrolliert noch richtig geführt.
Für die normale Arbeit, bei der in der Schweiz ein Mitarbeiter gebraucht wird, werden hier mindestens zwei benötigt. So sieht man dann oft zwei Personen an einem Drehbank oder Fräsmaschine stehen! Oder auch an einem PC sitzen oft zwei Personen…Die Arbeit wird dann mit einer relativen Gleichgültigkeit verrichtet. Das Resultat ist ihnen eigentlich egal. Es wird auch selten kontrolliert. So ist man auch nicht überrascht, dass die Arbeit oft in sehr schlechter Qualität abgegeben wird.
Erstaunlicherweise arbeiten sehr viele Frauen in diesem Betrieb. Auch an den Maschinen nicht nur im Büro. Der Frauenanteil schätze ich auf 60%.
Zur Mittagszeit begeben sich fast alle gleichzeitig zur Kantine. Das sieht dann extrem nach eine Völkerwanderung aus. Wenn zwei bis drei tausend Arbeiter in gleichem Gewand zur Kantine pilgern. Zum Glück kann ich mich in die Kantine der Manager setzen… die ist für ca. 30 Personen ausgerichtet und ist noch relativ gemütlich.

2 Kommentare:
das het me de gärn. mir äs schlächts gwüsse wöue mache we ig mou nid grad sofort update u när machsch säuber ou nüt... shame on you!
mhh, bi jo immer up to date!!!
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